Ein Sieg mit Ansage beim Sporthilfe Super10Kampf

Text aus Sporthilfe Magazin 1/26
Interview: Iso Niedermann | Fotografie: Adrian Bretscher
Bei seiner dritten Teilnahme holt Ryan Regez, Skicross-Olympiasieger von 2022, mit seinem Team erstmals den Sieg am Sporthilfe Super10Kampf. Einem Event voller Emotionen, Schweiss und Teamwork. Protokoll eines langen Tages.
Ryan Regez, 33
Geboren: 30. Januar 1993
Sportart: Skicross
Wichtigste Erfolge:
Olympiasieger Peking 2022
Weltmeister: St. Moritz Engadin 2025 (Einzel und Mixed-Team)
Gesamtsieger Weltcup 2021/22
Es ist ein Sieg quasi mit Ansage: Kurz vor 19 Uhr tigert Ryan Regez nervös im Backstagebereich des Zürcher Hallenstadions umher. Und als stünde der Skicrosser im Startgate eines Rennlaufs, verkündet er seine Kampfbereitschaft: «Ich bin nun zum dritten Mal dabei, jetzt muss der Kübel her!» Drei Stunden später reisst Ryan als Schlussläufer seines Teams Orange auf der Zielrampe des Hindernisparcours seine Arme empor, schreit «Jaaa!». Mit seinen Teambuddys Melanie Hasler (Bob), Julie Hänggi-Zogg (Snowboard Alpin) und Dimitri Steinmann (Squash) sowie Coach Heinz Frei (Rollstuhlsport) feiert er den Triumph beim 45. Sporthilfe Super10Kampf. Ein Erfolg, der auch einen Olympiasieger und Weltmeister noch ausflippen lässt. Ein langer Tag hat sein Happy End. Doch der Reihe nach.






10.45 Uhr. Ryan parkiert auf dem Parkplatz beim Künstlereingang des Hallenstadions. Erste Begrüssungen der Mitspieler. «Hey, cool, bisch au hie», sagt er zu Schwinger Sämi Giger, der gleichzeitig angefahren kommt. In der Garderobe liegen die Teamdresse bereit. Jeweils zwei Grössen stehen zur Auswahl. «Für die Show ziehe ich das engere an», flachst Regez, «dann wirke ich beängstigender.» Auf dem Stuhl neben seinem lässt sich Teamkollege Dimitri Steinmann nieder. «Ah, du spielst Squash, gell?», fragt ihn Ryan. Einer ganzen Reihe von Teilnehmenden begegnet der Wintersportler zum ersten Mal. «Spannend, Kollegen aus anderen Sparten kennenzulernen. Das erhöht den Reiz zusätzlich.» Die Gespräche sind schnell vertraut und fröhlich. Quirlig gehts zu in den Katakomben des Hallenstadions.
Spannend, Kollegen aus anderen Sparten kennenzulernen. Das erhöht den Reiz des Events zusätzlich.
Ryan Regez
11.30 Uhr. Alle 24 Gladiatorinnen und Gladiatoren sowie die sechs Teamcoaches stehen umgezogen auf dem Spielfeld bereit. Sporthilfe Geschäftsführer Steve Schennach begrüsst die jetzt noch recht relaxte Sportlerschar. Auch viele der 22 Mitarbeitenden der Sporthilfe sowie der insgesamt 143 Volunteers sind schon da. «Ich bin so was von motiviert!», lässt Regez seine Teammates wissen. Wie sehr, kann er gleich ein erstes Mal beweisen. Der Vorturner von Activ Fitness bringt Sportlerinnen und Sportler beim gemeinsamen Aufwärmen bereits richtig ins Schwitzen.
12.15 Uhr. Staff-Mitglieder erklären den Teams die sechs Spiele Flower-Power, Roller-Disco, Töfflibuebe, Zauberwürfel, TV-Mania und das Gladiatoren-Finalspiel. Dann wird der Wettkampf in der Generalprobe durchgespielt. Auch das Moderationsduo Tina Weirather und Sascha Ruefer sowie Schiedsrichter Franco Marvulli üben ihre Einsätze realitätsgetreu. Die Stoppuhren laufen mit. Dem Zufall wird nichts überlassen. Klar, schliesslich sollen die rund 15 Sitzungen des Sporthilfe Kernteams und Dutzende weitere in den Einzelbereichen seit Monaten nicht umsonst gewesen sein. Ryan zehrt beim Spieletest von Jugenderinnerungen. Engagiert zeigt er Melanie, wie man das Moped mit Hochlenker und Fuchsschwanz ideal um die Kurve driften lässt. «Jetzt bini so richtig glade!», stellt er töfflibegeistert wie ein Teenager fest. Und ist gleichzeitig schon im Kampfmodus. «Hey, Team Blau, schliifts euch?», echauffiert sich Ryan, als ihn ein Gegner beim Hindernislauf spasseshalber unfair zurückhält.
17.00 Uhr. Super10Kampf ist auch Leistungssport. Der Hunger meldet sich. Beim Abendessen im Athletenrestaurant wird zugelangt. Auch Ryan Regez stärkt sich mit Kartoffelsalat. Die Gespräche am Tisch quer durch die Teams sind entspannt, munter. Der Berner Oberländer verbreitet gute Laune. Auch bei den Gästen von Breitling, denen er nach dem Abendessen in einem kurzen Meet and Greet Red und Antwort steht. Wie Skicross sich anfühle, will eine der Geladenen wissen. «Oh», sagt Ryan, «sehr spektakulär. Wenn vielleicht auch nicht so sehr wie der Sporthilfe Super10Kampf.» Er sagts lachend. Das Publikum hat er mit Charme im Sack.
19.00 Uhr. Fertig lustig. Die Spiele starten gleich. Sechs Lastwagen haben dafür 30 Tonnen Material in die Halle gebracht. Coach Heinz schwört sein Quartett auf den Wettkampf ein. Kein Detail geht vergessen. Team Orange übt seine Einlauf-Choreografie ein. Dann gehts raus ins Rampenlicht. Ryan & Co. sind in Form. Den grossen Zauberwürfel schaffen sie in knapp einer Minute. Muskeln und Grips! In einer Spielpause applaudiert auch Regez Mountainbiker Nino Schurter, der mit minutenlangen Standing Ovations für seine Karriere geehrt wird.





22.00 Uhr. Sieg! Regez, Hasler, Hänggi-Zogg und Steinmann lassen Coach Heinz hochleben. Ein Riesenfight, vor allem aber ein Riesenplausch wars für alle Mitspielerinnen und -spieler. Neun von ihnen hatten beim Sporthilfe Super10Kampf ihre Premiere, einige wie Donghua Li, Angelica Moser oder Patrick Fischer waren schon viermal und öfter dabei. Einsamer Rekordhalter mit 14 Teilnahmen: Werner Günthör. Ryan Regez könnte dereinst auch auf eine solche Bilanz kommen. Spass am Event hat er reichlich. Dem Ansturm Hunderter Autogrammjäger nach Spielende hält er geduldig stand.
23.00 Uhr. Die After-Show-Party für Stars und Gäste kommt in Fahrt. Wie lange Ryan da durchhält? No Comment! Ein paar Facts bleiben hinter der Kulisse. Mindestens bis zum Sporthilfe Super10Kampf 2026.
Der Sporthilfe Super10Kampf 2026 findet am 30. Oktober statt. Billette gibts auf Ticketcorner.ch.

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